Zum Klima der Kanareninsel Teneriffa
Durch seine geographische Lage im Rahmen der allgemeinen atmosphärischen Zirkulation gehört Teneriffa bei 28,5° nördlicher Breite und 16,5° westlicher Länge, wie der gesamte Kanarische Archipel, der subtropischen Klimazone bzw. dem Kernpassat-Wechselkima mit winterlicher Zyklonalwitterung an. Diese zonale Klimazuordnung wird jedoch durch eine Reihe von Faktoren modifiziert, die in den verschiedenen Zonen der Insel bedeutende regionalklimatische Unterschiede hervorrufen. Die Witterungsverhältnisse beherrschenden Faktoren der Kanaren bilden vor allem der Nordost-Passat, kontinentale saharische Winde („levanate“ oder „harmattan“), maritime Winde, Meeresströmungen im Atlantik (kühler Kanarenstrom) und eine sich häufig bildende Kaltluftbarriere zwischen dem afrikanischen Festland und den Kanarischen Inseln.
Die klimatischen Höhenzonen sind auf den Einfluss der Orographie und letztlich auf die Passatströmung zurückzuführen, die auf den sich zwischen Golfstrom und der Iberischen Halbinsel ausgebildeten kühlen Kanarenstrom trifft. Er versorgt den Unterpassat mit weiterer feuchter Luft, so dass es zu einer charakteristischen Wolkenbildung kommt. Infolgedessen trifft die mit Wasser gesättigte Luft aus Nordosten in etwa 1.000 bis 1.500 m auf die nördlichen Bergzüge Teneriffas. Die somit orographisch erzwungene Vertikalbewegung der Passatströmung verursacht eine Unterbrechung der Passatinversion. Die Folge ist eine permanente, hochreichende Wolkenbildung auf der Luv-Seite mit entsprechend ergiebigen Stauniederschlägen. Diese Wetterlage herrscht an mehr als der Hälfte der Tage im Jahr (50-65%) vor. Das Wetter auf der Leeseite der Insel ist gekennzeichnet durch einen allgemein geringen Bewölkungsgrad und folglich höheren Strahlungseinfluss. Die südexponierten Lagen auf den Inseln besitzen demnach höhere jährliche Mitteltemperaturen und verzeichnen weniger Niederschläge.